Wer wären die neuen Götter, die den „Schuldigen“ auf Grund seiner Verfehlung verurteilten? Vor allem im stilistischen Teil sind Fixierungen und Kategorisierungen sehr gut möglich und Erkenntnis versprechend. Bern 1995. Bonn 1960, [10],Albrecht Schöne: Über den Gebrauch des Konjunktivs bei Robert Musil. Ein Mann ohne Eigenschaften besteht aus Eigenschaften ohne Mann. Sie ist hauptsächlich billig, und zwar ausgehend von jedem, allerdings auch für jeden, in allen Bedeutungen des Wortes. Wien 2000, [24] Jelka Schilt: ’Noch etwas tiefer lösen sich die Menschen in Nichtigkeiten auf’: Figuren in Robert Musils Roman Der Mann ohne Eigenschaften. Psychologisch gesehen ist es wohl eine undeutliche, d.h. bewußtseinsmäßig nicht geklärte, für sie nicht genau klassifizierbare Reaktion aus den Tiefen der Seele (ein „Gefühl“, das sie „berechtigt“ ist, wohl auf Grund der Umstände, für „Mitleid zu halten“, was aber nicht heißt, daß es sich wirklich um Mitleid handeln muß). Ich weiß, daß ich damals Wolfdietrich Raschs Einführung in den Roman mit großem Interesse gelesen habe (Hsg. Zwischen den Geschwistern entwickelt sich ein inzestuös getöntes Verhältnis, das auf die Suche nach einem anderen Zustand von tagheller Myst… Der Mann ohne Eigenschaften hatte, als er vor einiger Zeit aus dem Ausland zurückkehrte, eigentlich nur aus Übermut und weil er die gewöhnlichen Wohnungen verabscheute, dieses Schlößchen gemietet, das einst ein vor den Toren he gender Sommersitz gewesen war, der … In: Musil-Forum, Jahrgang 17/18 1991/92, S.79, [63] MoE, S.1939. Fricke, der den Aphorismus als Gattung zu definieren sucht, unterscheidet notwendige Merkmale, die allesamt erfüllt werden müssen, und alternative Merkmale, von denen mindestens eines zu erfüllen sei[31]. Partikel wie „angenommen“ oder „vielleicht“ können in einem spezifischen Kontext schon einen essayistischen Geist vertreten, wenn sie in handlungsreichen Abschnitten zur Zersetzung respektive Hinterfragung der „Romanwirklichkeit“, also der Fiktion, beitragen. [1] Vgl. Honnef-Becker bemerkt hinsichtlich einiger Reflexionen im MoE: „Diese pointierten Aussagen werden nicht deduktiv entwickelt, sondern sind Geistesblitze, die spontan auftauchen und aphoristisch anmuten.“[54] Dieser Hang zur konzisen, pointierten Ausdrucksweise enthüllt den aphoristischen Geist vieler Sätze: „Vielleicht glauben nicht alle diese Menschen an die Geschichte vom Teufel, dem man seine Seele verkaufen kann; aber alle Leute, die von der Seele etwas verstehen müssen, weil sie als Geistliche, Historiker, und Künstler gute Einkünfte daraus beziehen, bezeugen es, dass sie von der Mathematik ruiniert worden sei und dass die Mathematik die Quelle eines bösen Verstandes bilde, der den Menschen zwar zum Herrn der Erde, aber zum Sklaven der Maschine mache.“[55] (Hervorhebung von mir). Die Einzelleistung wird durch die ungeheure Kraft der kollektiven Leistung absorbiert und bedeutungslos, nur „Seinesgleichen geschieht“ (357 ff) noch. Adolf Frisé,Hamburg 1981. In diesem Kontext werden die Ziele der hier unternomme- Der Mann ohne Eigenschaften—Ein Roman ohne Eigenschaften 21 der in Deutschland wesentlich bekanntere Ansatz einer Rezeptionsästhetik, der mit dem Namen Wolfgang Iser verbunden ist, wertvolle methodische Einsichten (vgl. Buch | Kapitel 20-29; 2. Man weiß es und schreckt doch vor ihnen zurück. Sie fühlen sich unwohl, aber sie leiden nicht, und erst recht leiden sie nicht mit. 1993 L'homme probable (1993) Combas : Éd. 2008 und 2010 erhielt er den Preis der deutschen Schallplattenkritik. Den folgenden Text habe ich mit Hilfe uralter, unordentlicher Zettelwirtschaft geschrieben (weil ursprünglich nur zur eigenen Klärung, aber nie zur Veröffentlichung gedacht). In dieser hypothetischen Formulierung liegt zugleich der Kern der Ironie. Zu Robert Musils Roman ‘Der Mann ohne Eigenschaften’. [49] Fricke, S.14. An dieser Stelle kann aufgrund der Fülle an Material lediglich ein grober Überblick über Forschungsliteratur zum MoE gegeben werden. [4] Robert Musil: Der Mann ohne Eigenschaften. Unbestritten jedenfalls ist, dass die nachfolgenden Generationen der Schriftsteller und der Literaturwissenschaftler durch den vom MoE aufgeworfenen Diskurs einen geweiteten Romanbegriff zur Grundlage ihres Denkens machen konnten und mussten. Stuttgart 1969, S.47-59, [8] Wilfried Berghahn: Die essayistische Erzähltechnik Robert Musils. Wer aber wäre hier die tragische Person? Deren Zeit des großen Einzelnen ist vorbei, die „heroische Leistung erscheint geradezu winzig, wie ein Sandkorn, das mit ungeheurer Illusion auf einen Berg [der bürgerlichen Alltagsleistung] gelegt wird.“ Der neuen „Helden“ dagegen sind viele, und sie erbringen ihre Leistung in der ungeheuren Geschäftigkeit ihres Arbeitsalltags in einer Art „ungeheuren neuen, kollektiven ameisenhaften Heldentums […] Man wird es rationalisiertes Heldentum nennen und sehr schön finden“ (13). Das umgekehrte Dilemma ergibt sich bei der wissenschaftlichen Betrachtung. Doch das war auch gleichgültig, und seine Gedanken breiteten sich nachlässig aus. „Rot“ ist linguistisch als freies lexikalisches Morphem kleinstes Teil der Sprache und weder durch Synonyme noch Antonyme näher beschreibbar. Es sind die reizvollen Sätze einer Prosa, an denen man studieren kann, dass es hier keine genaue Grenze gegen die Poesie gibt.“[29]. Gemäß Honnef-Becker[16] und Mehigan[17] zeichnet die Forschung der siebziger und achtziger Jahre tatsächlich eine gewisse Textferne aus. Lahme-Gronostaj H. (1996) Die „Unerzählbarkeit der Welt“ in Robert Musils Roman „Der Mann ohne Eigenschaften“ — eine psychoanalytische Interpretation. Alle im Einstieg erwähnten Bedingungen finden sich in diesem Satz erfüllt. Diese Ironie ist überwiegend sprachlich-stilistisch geprägt. Daraus lässt sich folgern, dass aphoristische Elemente bzw. Robert Musils Der Mann ohne Eigenschaften ist solch ein Romankoloss: Man grüßt ihn artig, um sich dann blitzschnell aus dem Staub zu machen. Band 3 (MoE. In der schlagenden Eleganz dieser knappen Formulierung leuchtet die – wenn auch altmodische – Qualität der SCHÖNHEIT auf, die den ganzen gespreizten wissenschaftlichen Sermon in seiner pedantischen Umständlichkeit nachträglich in eine etwas lächerliche Beleuchtung rückt. 1953-1993. Münster 1990. Ulrich, der Mann ohne Eigenschaften, nimmt sich im August 1913 für ein Jahr "Urlaub vom Leben", nachdem seine Versuche, ein berühmter Mann zu werden, kläglich gescheitert sind. Diese sind erheblich größer als die „eines Athleten, der einmal im Tag ein ungeheures Gewicht stemmt“ (12), und so übertrifft auch die Kraft der alltäglichen Lebensleistung „in ihrer gesellschaftlichen Summe und durch ihre Eignung für diese Summierung“(13) die Kraft jedes Heroen: industrielle Masse schlägt mit Leichtigkeit die seelische Klasse. Diese Kriterien sind, wobei eine nahe Anlehnung an Haas[7] hilfreich ist, eine offene Form, Prozessualität, eine dialektische Sicht der Wirklichkeit, Perspektivität, Experimentalität, Systemfreiheit, Skepsis und die Referentialität. Das Gefühl der Dame wie das des Zuschauers bei Lessing ermangelt völlig der altruistischen Zentrierung, die man beim Mitleid voraussetzt. Der Inkulpant macht es sich einfach zunutze, dass die Übergänge von der Gesundheit zur Krankheit gleitend sind; wogegen der Jurist in solchem Fall behaupten muss, dass sich die Bejahungs- und Verneinungsgründe in bezug auf die freie Selbstbestimmung oder die Einsicht in den verbrecherischen Charakter der Tat derart durchkreuzen und aufheben, dass nach allen Denkregeln nur ein problematisches Urteil herauskommt’ “[41] (Hervorhebung von mir). Auf das Vorhandensein einer solchen Ironie in Makro-Form weist Beard hin: „Im MoE z.B. Jahrhunderts. Id … Die Moderne wird in der vorliegenden Arbeit aufgefasst als eine Periode, in der neue und innovative Wege gegangen wurden mit den künstlerischen Herausforderungen eines rasanten technischen Fortschritts umzugehen. 2. Die „Gewalt“ entlädt sich in einer knappen, kurzen Pointe, die den Kern einer Sache in einem Satz erfasst. Musils Roman bricht unverrichteter Dinge mit seinem Leben überraschend und unvollendet ab, die Epoche ist sicherlich auch noch nicht viel weitergekommen. Die Verstimmtheit der Dame endet allerdings ziemlich schnell, als es ihrem Begleiter gelingt, die Ursache des Unglücks in ein technisches Problem, das rational beherrschbar wäre, umzudeuten. Da in Robert Musils Roman Essayismus nicht nur aus essayistischen Einschüben in den Text besteht, sondern der Roman zumindest streckenweise nach essayistischen Prinzipien entworfen worden ist, muss auch diese Betrachtungsebene in die Interpretation einfließen. Dieser Anspruch kann für diese Arbeit nicht gelten. Die Verwendung eingeführter Formeln, verbunden mit der Tendenz zur globalen Auslegung, ist typisch für den Umgang der Forschung mit dem MoE.“[19]. Schwester des Mannes ohne Eigenschaften, Ulrich.Sie trifft ihren Bruder beim Begräbnis des Vaters wieder. Ulrich, der Mann ohne Eigenschaften, ist tatsächlich eigenschaftslos 14 4. Es gibt Bücher, die man einfach gelesen haben muss. Stuttgart 2002 , S.170, [17] Tim Mehigan: Robert Musil. Nun sucht der Mathematiker, Charmeur und Zyniker nach neuen Zielen und Sinn. Das Rot, welches gedanklich zerpflückt wird, ist das Rot einer Nase und die Wichtigkeit lediglich hypothetisch. Weil er befürchtet, dass die Heirat einer bereits einmal verheirateten Frau seinem Ruf abträglich sein könnte, verzichtet er auf jede Initiative: „Schließlich hätte man ja auch sozusagen frei und offen bei Tuzzi um die Hand seiner Gattin anhalten können. Dass dabei die herausragende Bedeutung, die “Der Mann ohne Eigenschaften” innehat, maßgeblich auf die essayistischen Einschübe sowie die essayistische Struktur zurückzuführen ist, kann nicht glaubwürdig in Frage gestellt werden. Er macht fast ausschließlich das zweite Buch und den Nachlass zur Grundlage seiner Untersuchung. Selbst wenn man die Verschiedenheit des bezeichneten Objekts (aphoristisches Element und Aphorismus) berücksichtigt, wirkt die Festlegung Pfeiffers vorschnell. Dass die Verbindung von Essayismus und Ironie prinzipiell möglich ist, wird in der Forschung nicht angezweifelt: „Zwar ist einerseits die Ironie eine bestimmte Schreibweise im Zusammenhang der anderen Schreibweisen, aber andrerseits kann die Ironie jede andere Schreibweise benutzen.“[66] Ein erstes Beispiel, sowohl für die konkrete sprachlich-stilistische, als auch für die narrative, an den Möglichkeitssinn appellierende, Ironie sieht Reiss in der Wetterbeschreibung am Romanbeginn[67], in dem sich ein wissenschaftlich-exakter und ein prosaisch-legerer Sprachstil überlagern. Andererseits gibt sie nicht dem jeder Wissenschaft immanenten Drang nach Fixierung und Objektivierung nach. Adolf Frisé,Hamburg 1981 Interpretation des 1. Nicht jede gedankliche Abschweifung ist essayistisch, da für den Terminus Essayismus Kriterien erfüllt sein müssen. Diese Beschreibung drückt die Unfähigkeit Arnheims aus, mit dem Möglichkeitssinn gestalterisch umzugehen. Es gibt kein Grab. Er war auch jederzeit bereit, alle diese Gestaltungen des Lebendigen zu lieben. Münster 1997, [14] Richard Reichensperger: Musils Sprachstil. Der Mann Ohne Eigenschaften; Volume Two von Musil Robert und eine große Auswahl ähnlicher Bücher, Kunst und Sammlerstücke erhältlich auf AbeBooks.de. Eine weitere Stellung nimmt das aphoristische Element innerhalb der essayistischen Ausschweifung als Fazit eines Gedankengangs ein. Der ‚Essay’- Begriff Musils wird dabei dem ‚Essay’- Begriff von Theodor Adorno, Max Bense und Georg Lukács gegenübergestellt. von dem sie ausgehen, ist vermutlich ein persönlicher Ulrichs (und wahrscheinlich des Autors). 3.1 „Sehnsucht nach dem, was man nicht ist“[2]: Narzissmus und Essayismus Ohne die ironische Brechung bliebe die Offenheit und Skepsis gegenüber der Wirklichkeit respektive der Möglichkeitssinn verborgen, da Arnheim ja ein ausgesprochener Wirklichkeitsmensch ist, der nur ungern bewusst über Möglichkeiten reflektiert. eine ausführliche Explikation dieser Feindschaft im Roman 37, 39f (und verschiedenen Stellen, wo der Erzähler über die Versuche der Naturwissenschaften spricht, alles Seelische herunterzuspielen und herunterzuziehen). Eben diese „halbseidenen“ aphoristischen Elemente vermitteln in ihrer reinen Vielzahl den Eindruck, dass die aphoristische Zuspitzung ein bedeutendes Mittel zur Realisierung der essayistischen Schreibweise im MoE ist. Genauso bei nachstehendem aphoristischem Element, dass zudem die Funktion einer Autocorrectio erfüllt: „Sein Vater würde es ungefähr so ausgedrückt haben: [1] Wen man tun ließe, was er wolle, der könnte sich bald vor Verwirrung den Kopf einrennen. So scheint es auf den ersten Blick sehr widersprüchlich zu sein, erklärt sich indes mit Haas: „Aber auch im ausgebildeten Essay werden immer wieder wichtige Aussagen in aphorismusartigen Sätzen formuliert.“[28] Selbst in Definitionsversuchen des Essays wird dem Aphorismus ein gewisser Entfaltungsspielraum zugestanden:[26], „Ich muss an dieser Stelle betonen, dass in jedem Essay jene schönen Sätze auftreten, die wie der Same des ganzen Essays sind, aus denen er also immer wieder hervorgehen kann. Aber was würde der dazu sagen? In: Leuzinger-Bohleber M., Zwiebel R. (eds) Psychoanalyse heute. Ulrichs ohnehin distanziertes Interesse an diesem von Musil ironisch ausgemalten und mit einer Vielzahl gesellschaftsanalytischer Essays angereicherten Vorhaben erlischt nahezu, als er anlässlich der Beerdigung des Vaters seiner verheirateten Schwester Agathe wiederbegegnet. Im gesamten Portal weist Sie das Icon jeweils auf zugängliches Textmaterial hin. Zum einen soll eine Erarbeitung der konkreten Manifestation des Essayismus im MoE erreicht werden. Eine stilistische Untersuchung der ironischen Schreibweise in Robert Musils ‘Der Mann ohne Eigenschaften’. «Der Mann ohne Eigenschaften», Musils unvollendetes Opus magnum, ist eines der wirkungsmächtigsten Werke der modernen Literatur, «ein letztes Prunkstück österreichischen Barocks, strotzend von Überfülle, Fleisch und Kostüm, Vorhang und Hintergrund, Sinnlichkeit und Reflexion». Eine Arbeit, die den essayistischen Kontext des MoE beleuchtet, liegt in Anne Patrick Hannons „Der essayistische Roman in Musils ‘Der Mann ohne Eigenschaften’, Thomas Manns ‘Der Zauberberg’ und Brochs ‘Die Schlafwandler’“[12] (1979) vor. In: Plakatwelt. Hierbei handelt es sich zwar im überwiegenden Teil nicht um Aphorismen im Sinne Frickes oder aphoristische Elemente im Sinne Pfeiffers. Es handelt sich bei der Dame also nicht um Mitleid mit dem Opfer der Technik, sondern eigentlich um ungeklärte Ängste angesichts der Gewalten, welche die Technik entfesselt (ungeklärt vermutlich deshalb, weil die herrschende Fortschrittsgläubigkeit die Gefahren nicht sieht oder banalisiert); als ihr Begleiter einen technischen „Fehler“ als Ursache für das Unglück verantwortlich machen kann, ist ihr Unwohlsein beendet und das Opfer des Unglücks schnell vergessen. Dort wird der „altmodisch[e]“ Romaneröffnungssatz „Es war ein schöner Augusttag des Jahres 1913“ in die umständliche Sprache der meteorologischen Wetterbeobachtung übersetzt, mit einem zum Lächeln reizenden Effekt. Müller Funk, der eine Arbeit zur Theorie des Essayismus angefertigt hat, äußert sich zum Anspruch seiner Arbeit wie folgt: „Eine Theorie des Essayismus will essayistisch vorgetragen sein, [...] ohne Anspruch auf Vollständigkeit – Umkreisung, Abwägung, Versuch, Mosaik, Fragment.“[5]. Nachdem Ulrich die Bedeutungslosigkeit der heroischen Leistung durch rechnerische Konfrontation mit der bürgerlichen bewiesen hat , wird nun andererseits durch die Koppelung des Begriffs „rationalisiert“ mit dem des Heldentums die neue Zeit in eine lächerliche Beleuchtung getaucht. Diese Termini sind mittlerweile zu inhaltsleeren Stereotypen erstarrt, die ohne nähere Erläutung verwendet werden, wenn der Erzählstil des Romans benannt werden soll [...]. Oder auch so: [2] Wer sich erfüllen kann, was er mag, weiß bald nicht mehr, was er wünschen soll.“[47] (Hervorhebung und Nummerierung von mir). Die Ironie wird hierbei durch die unkonventionelle Kombination verschiedener Ausdrücke erzeugt und ist somit narrativer Natur. Diotima ist dieser Wesensunterschied ebenfalls bewusst, wenn sie zu Ulrich sagt: „Er hat und braucht darum den Anschluss an die Wirklichkeit. 4.1 Der Essay-Diskurs Darüber hinaus gibt es mehrsätzige aphoristische Elemente, die durch den Tempuswechsel deutlich zu erkennen sind. Frankfurt 1983, S.42, [59] Philip H. Beard: ’Beginn einer Reihe wundersamer Erlebnisse’: Prüfstein einer Umwandlung in Musils Gebrauch von Essayismus und Ironie. JK). Nun sucht der Mathematiker, Charmeur und Zyniker nach neuen Zielen und Sinn. Hierin liegt die narrative Ironie. Und in der Tat, man darf wohl sagen, dass sich die unerwarteten Einfälle durch nichts anderes einstellen, als dass man sie erwartet.“[42] (Hervorhebung von mir). Obgleich beide Aussagen einander widersprechen, kann man beiden Recht geben, wenn auch im verschiedenem Kontext. Die äußere, offensichtliche Überleitung vom Raum des Romans zur Hauptperson besteht in der Aussage, daß das Pärchen aus dem 1. Den folgenden Text habe ich mit Hilfe uralter, unordentlicher Zettelwirtschaft geschrieben (weil ursprünglich nur zur eigenen Klärung, aber nie zur Veröffentlichung gedacht). Stuttgart 1952, S.29, [32] Pfeiffer, “Aphorismus und Romanstruktur“, S.10, [33] Siehe hierzu, Fritz Krause: Zu Ursprung und Funktion der “Aphorismen” bei Robert Musil. Musil erschafft in seinem Buch einen Helden Namens Ulrich, der für unser inneres Dilemma stehen kann, für unsere Zerrissenheit, die sich in der modernen und schnelllebigen Welt widerspiegelt. Der Satz ist Behauptung und Beleg zugleich. Dies wirkt für die essayistischen Passagen und belebend. Hg. Diese Textferne der Forschung öffnet jedoch eine Lücke zwischen dem Forschungsgegenstand und der aus diesem gewonnenen Erkenntnis: „Oft wird auf Einzelbelege verzichtet und stattdessen mit Hilfe von Begriffen wie „Möglichkeitssinn“, „Ironie“ oder „Essayismus“ eine pauschale Deutung versucht. „Über dem Atlantik befand sich ein barometrisches Minimum […], und die Feuchtigkeit der Luft war gering.“, Der Roman beginnt mit dem Wetterbericht des ersten Tages des Romans in einer Sprache, wie sie uns aus dem täglichen Wetterbericht einer guten Zeitung geläufig ist, von einem wissenschaftlich ausgebildeten Meteorologen geschrieben und dementsprechend durch wissenschaftliche Forschung und Lehre, Genauigkeit und Klarheit, definierte Begriffe und wissenschaftliche Methodik geprägt. Der Begriff der Klassischen Moderne bedeutet hierbei den Kulminationspunkt der Entwicklung der Moderne zu beschreiben[6]. Über die Gründe, die ihn jeweils zum Abbruch bewegen, erfährt man Wesentliches in den Kap. Auch hier hilft eine aphoristische Zuspitzung wieder den Bogen von der Handlungsebene in die Ebenen der Reflexion zu spannen. Zusammenfassung: Der Mann ohne Eigenschaften (Robert Musil) Autor: Robert Musil (1880 - 1942) B. durch Mitleid und Trauer, sondern die technische Vernunft; das hat den angenehmen Effekt, daß es der Dame sofort besser geht als vorher. 26, 39, 61, u.v.a.m. Der „Übermensch“ kann keine Antwort auf die Fragen sein, die das Zeitalter stellt, denn er bleibt ohne Wirkung. Die Kapitel 9-11 erzählen die Versuche Ulrichs, in dieser Zeit etwas Entsprechendes zu werden, was der Heros im Altertum war, nämlich „ein bedeutender Mann“ (35), was immer wieder an verschiedenen Inkompatibilitäten scheitert. Aphoristischer Schreibstil kann entstehen, wenn die Kohärenz der Sätze so gering ist, dass einzelne Sätze abspalt- und zitierbar werden, insofern sie reflexiv genug sind, was geschehen kann, wenn die Handlungsebene zugunsten eines von Reflexionen getragenen Fortschreitens des Romans beschnitten wird. Eine weitere Funktion erfüllt die „Ironie als Einfühlung des Erzählers in die Figuren“[71]. Warum nun in einer Arbeit, die Essayismus im MoE behandelt, sich mit Aphorismen beschäftigen? Zum anderen steht dieser direkten Ausprägung des Essayismus eine weitere Ausformung des Essayismus gegenüber, die in vorliegender Arbeit „narrativer Essayismus“ genannt werden soll. Die aphoristische Schreibweise in den essayistischen Passagen tritt jedoch auch sehr häufig in einer unvollendeten Form auf, die nicht alle Kriterien eines aphoristischen Elements erfüllt, da Fiktionssignale in Form von Eigennamen, Dieikta, Pronomina oder einem Fiktion ausdrückenden Tempus oder Modus in entsprechendem Satz vorhanden sind. Das hieß bereits, sich in eine Lage voll der Möglichkeiten begeben, sich lächerlich zu machen.“[74], [2] Robert Musil: Tagebücher. ‚ Man kann seiner Zeit nicht böse sein, ohne selbst Schaden zu nehmen ’ fühlte Ulrich. Mit Einschränkungen kann noch Phillian Joungs „Passion der Indifferenz: Essayismus und essayistisches Verfahren in Robert Musils ‚Der Mann ohne Eigenschaften’“[13] zu diesen stilistisch orientierten Werken zählen. Musil schwebte eine satirische Bestandsaufnahme von Politik, Wissenschaft und Philosophe des frühen 20. Ästhetische Qualität leuchtet auch in der Eleganz dieses Einleitungsabschnittes auf, die im völligen Mangel an Redundanz besteht. 2. Des Weiteren sei explizit darauf hingewiesen, dass essayistisch nicht mit reflexiv gleichgesetzt wird. Das „ergebnislose Reden“, welches ironisch zu interpretieren ist, muss verstanden werden als die Offenheit, die dem Essay zu eigen ist. Allgemein lässt sich sagen, dass die Forschungsliteratur zum MoE den werkimmanenten Zwiespalt ausdrückt. Buch | Kapitel 10-19; 2. Reiss bemerkt, dass die Ironie niemals die Vernichtung anstrebe: „Der Ironiker vernichtet sein Objekt nicht, sondern nähert sich ihm mit einer seltsamen Mischung aus Abneigung und Zuneigung; zu dieser Ironie gehört immer auch das Moment der Einfühlung.“[61]. Wenn bei Isothermen und Isotheren völlig deplaziert von „Pflichterfüllung“ die Rede ist, bedeutet das, die Dimension des GUTEN in mathematische Zeichensysteme einzuführen. Es ist in der schönen Literatur leider nichts so schwer wiederzugeben wie ein denkender Mensch. Da der Begriff Ironie in der Literaturwissenschaft „sehr unterschiedliche Phänomene“ beschreibt, wie Honnef-Becker[60] zu bedenken gibt, muss für dieses Kapitel eine weitere Unterscheidung gegenüber der Satire unternommen werden. Ein Beispiel für solche narrative Ironie, wenn auch in Makro-Form ist die Parallelaktion, die mit der Idee des österreichischen „Friedenskaiser“ beginnt um in einem Krieg nie da gewesenen Ausmaßes zu münden. Es fragt sich nun, welcher Art dieses Druckgefühl nun wirklich ist, das die Dame heimsucht. Innerhalb der Musil-Forschung wird die Differenzierung von Autor und Erzähler sowie Protagonist häufig nicht vorgenommen[20]. Hannon liefert eine umfangreiche Vorgeschichte des essayistischen Romans, die in einem Vergleich der drei den Essayismus prägenden Werke Robert Musils, Thomas Manns und Hermann Brochs mündet. Was man „schuldig“ ist, das ist eine Pflicht, die man zu tun hat. von Dieter Farda/Ulrich Karthaus, Frankfurt 1982, S.154-167, [34] Pfeiffer,“Aphorismus und Romanstruktur“, S.69ff sowie Marie Louise Roth: Robert Musil als Aphoristiker. Die innere Überleitung dagegen ist umso eleganter, indem sie ohne große Vorbereitung den Mann ohne Eigenschaften als einen Mann der technischen Zivilisation und als genuinen Naturwissenschaftler einführt, indem er, am Fenster stehend, spielerisch die Kräfte abschätzt, die ein Bürger der technischen Welt benötigt, einfach nur um zu leben. Der Mann ohne Eigenschaften 2. Der Mann Ohne Eigenschaftenvon Robert MusilHörbuch.Kapitel 95:Der Großschriftsteller, Rückansicht Ein letztes Beispiel für eine aphoristische Formulierung, die nicht alle Kriterien erfüllt, thematisiert die Widersprüchlichkeit der modernen Welt: „Darum wird heute in kurzen Stücken erschreckend viel philosophiert, so dass es gerade nur noch die Kaufläden gibt, wo man ohne Weltanschauung etwas bekommt, während gegen große Stücke Philosophie ein ausgesprochenes Misstrauen herrscht.“[57]. http://worldcat.org/entity/work/id/1907597617 Der Mann ohne Eigenschaften und die Wissenschaftliche Weltauffassung Robert Musil, die Moderne und der Wiener Kreis Ein geniales Rennpferd reift die Erkenntnis, ein Mann ohne Eigenschaften zu sein ... der eine Bergkette nach der anderen überstiegen hat, ohne ein Ziel zu sehen. (Robert Musil) Es gibt hier über 2000 Beiträge, und ich wäre jede Wette eingegangen, dass sich mindestens einer davon ausführlich mit dem Mann ohne Eigenschaften … Explizit bezieht sich Roth jedoch nicht auf die aphoristischen Elemente im MoE. Abstrakte Welt und Eigenschaftslosigkeit : eine Interpretation von Robert Musils Roman Der Mann ohne Eigenschaften unter dem Leitbegriff der Abstraktion. In der Folge soll an einigen Beispielen der Nexus von Essay und Aphorismus veranschaulicht werden. Dieser Lapsus kann auf die schlichte Nähe der Gedankenführung der Achse Musil-Erzähler-Ulrich zurückzuführen sein. Hierbei soll zuerst eine Klärung und Eingrenzung des Essay-Begriffs, der sich in der ersten Hälfte des 20. Der Wasserdampf in der Luft hatte seine höchste Spannkraft, und die Feuchtigkeit der Luft war gering. Der Satz könnte bedenkenlos extrahiert und als Aphorismus präsentiert werden. Für die davor liegende Zeit ist die Aussage Krauses durchaus zutreffend, dass die Aphorismen für Musil lediglich “Rohprodukte für die Essays und Romane“[35] sind. Der Syntheseversuch dieser Denkweise liegt darin, unexakte und exakte Bereiche des Denkens miteinander zu verknüpfen. Interpretationen zur Sprachlichkeit des ‘anderen Zustands’ in Robert Musils ‘Der Mann ohne Eigenschaften’. Im „Mann ohne Eigenschaften“ erzählt der Autor, wie und warum die Hauptperson Ulrich genau diese Berufe wie sein Autor aufgibt. Kap, wenn es der Straße, auf der sich der Unfall abspielte, weiter gefolgt wäre, auf das „Jagd- oder Liebesschlößchen vergangener Zeiten“ (12) gestoßen wäre, das dem „Mann ohne Eigenschaften“ als Wohnung dient, und erscheint etwas mühsam konstruiert, wenn nicht sogar etwas gewaltsam. des Essayistischen bemüht sind, konfrontieren. Sie ließen sich auch als ein zweisätziges aphoristisches Element deuten. In: Euphorion, Band 55 1961, S.196-220, [11] Irmgard Honnef-Becker: ’Ulrich lächelte’: Techniken der Relativierung in Robert Musils Roman ‘Der Mann ohne Eigenschaften’. Der Aphorismus hieße in etwa: „Der Trieb recht zu haben ist gleichbedeutend mit Menschenwürde.“ Derlei Sätze vertreten einen aphoristischen Geist ohne offen aphoristisch zu sein. Lessings Ausgangspunkt ist Aristoteles‘ These über die Tragödie, sie solle „Mitleid und Schrecken“ erregen zum Zwecke unserer “Läuterung“ (so die gängigen Übersetzungen). Informieren Sie sich über die Varianten gegenüber bisherigen Ausgaben sowie über Vorabdrucke einzelner Kapitel. Und 2. Musils Darstellung der Gefühle der Dame erinnert an Lessings Überlegungen zur Tragik im 74. Ein besonders eklatantes Beispiel hierfür ist Müller-Funk, der mit der Bezeichnung „Musil-Ulrich“[21] und „Ulrich-Musil“[22] die Verklärung explizit macht. vor ich zur philosophischen Interpretation des Mann ohne Eigenschaften übergehe, re-flektiere ich im dritten Kapitel Grundfragen und Grundlagen der philosophischen Inte r-pretation des Mann ohne Eigenschaften und mache damit meine Vorgehensweise und Voraussetzungen transparent. Informiere mich über neue Beiträge per E-Mail. Vorsicht: Ideenleihe! Die stilistischen Elemente umfassen die aphoristische und ironische Ausdrucksweise sowie die Antonyme und Negationen. Bevor der aphoristische Schreibstil im MoE erarbeitet werden kann, ist es angebracht, die Differenz zwischen Aphorismus und aphoristischem Element zu erläutern, die lediglich formeller Natur ist: Ein aphoristisches Element befindet sich in einem Prosatext und müsste erst extrahiert, drucktechnisch von den anderen aphoristischen Elementen derart isoliert aufgereiht werden, dass keine semantische, strukturelle oder syntaktische Verbindung mehr zwischen den einzelnen aphoristischen Elementen/Aphorismen besteht[30]. Was er niemals zustande brachte, war bloß, sie restlos, so wie es das soziale Wohlgefühl erfordert, zu lieben.“[43] (Hervorhebung von mir). Musil war nach Abbruch seiner Offizierslaufbahn als Ingenieur, Mathematiker und Physiker tätig, letzteres mit so bedeutendem Erfolg, daß ein Phänomen der Lichtbrechung nach ihm benannt ist. Robert Musil, Der Mann ohne Eigenschaften, Hsg. Gemäß seiner zentralen Stellung besitzt er eine starke intellektuelle Ausstrahlung. [27] Peter C. Pfeiffer: Aphorismus und Romanstruktur. Das zweite thematische Zentrum, die SEELE, wird ebenfalls schon im ersten Abschnitt eingeführt, quantitativ weit unterrepräsentiert und beim ersten Auftreten ganz unauffällig (es handelt sich halt um das Aschenputtel der modernen Welt), aber dann am Ende des ersten Absatzes des Romans mit einem ganz plötzlichen Paukenschlag, der den sensiblen Leser zusammenfahren läßt, in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit gerückt. Sie vermitteln den Eindruck im Ansatz abgebrochener Essays. [36] MoE, S.1123-1130, S.1138-1146, S.1156-1174. Leider habe ich aber keine Ahnung, wer oder was das gewesen sein könnte. Ein bis dahin latent gebliebener Gedanke nähert sich in der Reflexion dem Bewusstsein: „Solche Dinge begann man damals zu sehen, und irgendwie muss man sie anerkennen, so wie man die Hochbauten anerkennt und die Elektrizität. Grundlage der vorliegenden Arbeit ist der gesamte Textkorpus des MoE, obschon die Fragestellung eine Fokussierung auf das Erste Buch impliziert. „Der Mann ohne Eigenschaften“ wird von der Londoner „Times“ schon 1949 zum Jahrhundertroman ausgerufen. Die Ironie hierbei führt sowohl die sprachlich-unexakte als auch die wissenschaftlich-exakte Denkweise an ihre jeweilige Grenze. Hg. von Gudrun Brokoph-Mauch, Tübingen 1992, S.106, [61] Angela Reiss: Ironie als ‘Physiognomie des Geistes’. Essayismus ist eine Geisteshaltung, wohingegen der Essay „eine festgewordene literarische Gattung“[8] ist. Zur Satire Robert Musils im ‚Mann ohne Eigenschaften’“[9] (1960) und Albrecht Schönes Aufsatz „Zum Gebrauch des Konjunktivs bei Robert Musil“[10] (1961) sind hier zu nennen. Das rationalisierte Heldentum wird nicht nur das WAHRE verkörpern, sondern auch das SCHÖNE, womit Musil sehr lakonisch eine weitere thematische Verbindung zum vorhergehenden Kapitel herstellt.

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